Tag der kommunalen Jobcenter 2019

Benchlearning Neustart 2020 – Digitalisierung voranbringen

25./26. November 2019

Ellington Hotel Berlin, Nürnberger Straße 50 - 55, 10789 Berlin




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Impressionen vom Tag der kommunalen Jobcenter 2019 in Berlin

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Tagungsbericht

Das Benchlearning der kommunalen Jobcenter geht als gegenseitiger Lern- und Austauschprozess ab dem Jahr 2020 in eine neue Phase. Der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städtetag hatten auf der Grundlage von mehr als hundert Vollmachten für die kommunalen Jobcenter Ende 2018 eine europaweite Ausschreibung für die Begleitung des Benchlearning-Prozesses durchgeführt.

Der diesjährige Tag der kommunalen Jobcenter am 25./26.11.2019 in Berlin bot nun die Gelegenheit für alle kommunalen Jobcenter, die Neuerungen im künftigen Projekt kennenzulernen und an der Ausgestaltung der Vergleichsringarbeit, des vergleichsringübergreifenden Austauschs und der künftigen Fachtagungen mitzuwirken.

Eröffnet wurde die Tagung von der Beigeordneten des Deutschen Landkreistages, Dr. Irene Vorholz. In der Begrüßung ging sie auf aktuelle Entwicklungen infolge der Sanktionsentscheidung des Bundesverfassungsgerichts ein. Anschließend erläuterten die beiden Sprecher der Projektleitung, Bernd Dittmer, Landkreis Schaumburg, und Marie-Luise Roberg, Stadt Hamm, den zurückliegenden Auswahlprozess im Vergabeverfahren. Letztlich errang der bisherige Dienstleister gfa public durch innovative Ansätze und überzeugende Umsetzungsvorschläge den Zuschlag.

In drei Runden von jeweils sechs Sprintforen konnten die Teilnehmer die im Benchlearning neu vorgesehenen Formate Video-Cast und Pod-Cast kennenlernen und die Einsatzmöglichkeiten im Projekt diskutieren. Daneben wurde in agilen Methoden am Jahresthema für 2020, an der Vergleichsringarbeit, an vergleichsringübergreifenden Ansätzen und an der künftigen Ausgestaltung der Tags der kommunalen Jobcenter gearbeitet. Dadurch war die Möglichkeit eröffnet, dass alle Teilnehmer Impulse für das künftige Projekt einbringen konnten.

Die online-Abstimmung des Benchlearning-Jahresthemas 2020 im Plenum beendete den ersten Tag. Ausgewählt wurde „Kommunale Chancen vor Ort nutzen: Sozialraumorientierung, rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit, Netzwerke.


Bewährtes Herzstück der Tagung waren die zehn Fachforen am zweiten Tag. Das Themenspektrum war breit gestreut. So gab es zum Beispiel einen Bericht aus dem SGB II-Digitalisierungslabor, das den SGB II-Hauptantrag bearbeitet hatte. Eine ganze Reihe grundsätzlicher Fragen zu Verfahren und online-Einbindungsmöglichkeiten wurde dabei berührt.

Ein weiteres Fachforum griff die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Zulässigkeit von Sanktionen im SGB II auf und erörterte die vielen offenen Fragen, die sich nach dem Urteil in der Praxis stellen. Die Jobcenter stehen vor der Herausforderung, die Mitwirkung einer kleinen Gruppe von SGB II-Leistungsberechtigen, die nur schwer zu erreichen sind, auch künftig zu gewährleisten.

Soziale Medien und ihre Nutzung durch kommunale Jobcenter war Gegenstand eines weiteren Fachforums. In Nordrhein-Westfalen haben kommunale Jobcenter Erklär- und Image-Filme erstellt, die nun von allen kommunalen Jobcentern genutzt werden können. Die Filme stoßen auf positive Resonanz und finden zunehmende Verbreitung.

Der „Kampf gegen funktionalen Analphabetismus – Handlungsmöglichkeiten und Erfolgschancen“ war ein anderes Fachthema. Noch stärker als Gesundheits- oder Suchtprobleme werden Mängel in der Grundbildung von den Betroffenen verschämt verborgen. Das erschwert Unterstützungsmöglichkeiten und erfordert besondere Sensibilität und Fertigkeiten bei den Mitarbeitern sowie Handlungsansätze, die über das SGB II hinausgehen.

Ein Praxisbeispiel für erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit eines Jobcenters gab Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Impulse und Anregungen für mehr öffentliche Wirkung wurden getauscht. In einem weiteren Forum erörterten die Teilnehmer die Chancen von Kundenzufriedenheitsbefragungen für die Weiterentwicklung des eigenen Hauses und für größere Bürgerfreundlichkeit. Und schließlich waren auch die Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung und die Modellprojekte rehapro, die Einbeziehung von Mitarbeitern und Leistungsberechtigten bei der Konzeption von Maßnahmen und eine Ideenwerkstatt zu Handlungsmöglichkeiten kommunaler Jobcenter in Bezug auf den Fachkräftebedarf Gegenstand in weiteren Fachforen.

Zum Ende des Tags der kommunalen Jobcenter gab der Chief Digital Officer des Kreises Bergstraße, Thomas Wieland, einen hochinteressanten und mitreißenden Erfahrungsbericht über die Umsetzung der Digitalisierung in der Kreisverwaltung, wobei das Jobcenter im Kreis die Vorreiterrolle für viele Modernisierungsschritte inne habe. Beispielsweise können SGB II-Kunden über eine App Dokumente digital einreichen. Der Kreis hat auch bundesweit als erster den Prozess für Postzustellungsurkunden durchgängig digitalisiert. Daneben arbeitet der Kreis am Glasfasernetzwerk und am Aufbau des 5G-Netzes.

Abschließend zog der Beigeordnete des Deutschen Städtetages, Stefan Hahn, ein ausgesprochen positives Tagungsfazit und dankte allen kommunalen Jobcentern für ihr hohes Engagement im Interesse der leistungsberechtigten Menschen

Markus Keller

Grafisches Hintergrundmotiv Fäuste Kommunale Jobcenter

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